Die Krux von Erfahrungen als Entscheidungsgrundlage…

Erfahrung war in unserer Welt schon immer ein wichtiges Gut und ist es auch heute noch. In alten Stämmen entscheiden die Dorfältesten aufgrund ihrer Erfahrungen über Wohl und Wehe des Stammes. Auch in unserer modernen Welt sind erfahrene Menschen als Berater und Ratgeber sehr angesehen. Und obwohl unsere Trend- und Zukunftsprognosen so aussagekräftig sind wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit, ist die Erfahrung oftmals das wichtigste Kriterium für Entscheidungen. Welche Folgen dies haben kann und wie Trendanalysen unsere Entscheidungen intelligenter machen, werde ich in diesem Beitrag beschreiben.

Erfahrungen geben Sicherheit bei Entscheidungen – doch mit welchen Folgen?

Stehen wir vor einer Herausforderung und müssen eine Entscheidung treffen, geben uns Erfahrungen Sicherheit. Dies verdeutlichen Aussagen wie “Das haben wir schon immer so gemacht!” oder “Das hat beim letzten mal auch geholfen”, die in diesen Situationen gerne verwendet werden.

Ein prominentes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: seit Jahrzehnten heißt es in Deutschland “Geht es der Autoindustrie gut, geht es dem Land gut!”. Dieser Satz basiert auf Erfahrungen und hat dazu geführt, dass der deutsche Staat in der Finanzkrise 2009 die Autoindustrie mit Milliarden-Subventionen (“Abwrackprämie”) unterstützt hat.  Der Status Quo wurde (erfolgreich) bewahrt, jedoch ohne in die Zukunft gerichtete Impulse.

Wir wissen, dass Auto’s in Zukunft anderswo günstiger produziert werden. Wir wissen, dass noch mehr Auto’s in Zukunft zu noch mehr Staus führen. Wir wissen, dass eine gravierende Klimaveränderung im Gange ist – was zukünftig unseren Wohlstand gefährdet und gleichzeitig neue Zukunftsmärkte im Bereich Klima- und Effizienztechnologien eröffnet.

Jetzt möchte ich die Frage stellen: war die auf Erfahrung beruhende Status-Quo-Subvention intelligent und nachhaltig? Wäre es nicht sinnvoll gewesen, die deutschen Autohersteller im Gegenzug zu verpflichten, bis 2011 Elektroauto’s in Serie anzubieten? Wäre es nicht sinnvoll gewesen, einen Teil der Milliarden in Klima- und Effizienztechnologien oder neue Mobilitätsformen zu investieren, um eine gute Position in Zukunftsmärkten zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen, die den Verlust der Jobs in alten Industrien auffangen?

Das Beispiel zeigt, dass Entscheidungen, die rein auf Basis von Erfahrungen fallen, allenfalls dazu dienen, den Status Quo zu erhalten. Dies führt zu der Situation, die Claire W. Graves treffend beschrieben hat:

“Die Lösungen von heute sind unsere Probleme von morgen”

Beziehen wir jedoch Trends, welche wichtige Parameter unserer Zukunft beschreiben, in unsere Entscheidungen mit ein, finden wir Lösungen, die auch morgen wirken – nachhaltige, intelligente Lösungen.

Im Unternehmensalltag

Auch im Unternehmensalltag  sind Erfahrungen die Basis vieler Entscheidungen. Beispiel Fachkräftemangel: Die Erfahrung hat gezeigt, dass Image-Kampagnen positiv gewirkt haben, um neue Mitarbeiter zu finden. Die Erfahrung hat auch gezeigt, das Personalberater und Headhunter oft geeignete Kandidaten und neue Mitarbeiter gefunden haben. Inzwischen wird es immer schwieriger und teurer, auf diesem Weg neue Mitarbeiter zu finden – denn alle Unternehmen nutzen diese Option und setzen so eine Konkurrenzspirale in Gang, die z.B. die Gehälter in die Höhe treibt.

“Wenn wir merken, es wird schwieriger, verstärken wir unsere Anstrengungen!”

ist der Leitsatz – doch ist das intelligent und nachhaltig? Kurzfristig sind diese Maßnahmen legitim und wirksam, denn sie bewahren den Status Quo. Für nachhaltige, intelligente Lösungen müssen Unternehmen andere Wege gehen.

Hier lohnt ein Blick auf gesellschaftliche Trends. Diese zeigen auf, dass

  • die Basis an verfügbaren Fachkräften kleiner wird
  • die Wirkung von klassischen Image-Kampagnen im Zeitalter des Social Web immer mehr abnimmt, ja sogar kontraproduktiv wirken, wenn sichtbar und im Web 2.0 verbreitet wird, das hinter den Hochglanzfolien keine echten Werte stecken
  • sich die Motivationsfaktoren der Menschen bei der Wahl Ihrer Arbeitsplätze verändern (was u.a. in diesem Video sehr gut dargestellt wird).

Dauerhaft wirksame Maßnahmen bewirken, dass

  • die Basis der potentiellen Mitarbeiter verbreitert wird, indem die Unternehmenskultur und -organisation so weiterentwickelt wird, dass eine alleinerziehende Mutter oder ältere Mitarbeiter reibungslos unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse in die Abläufe integriert werden
  • ein Unternehmen eine glaubwürdige, authentische Online Reputation hat, welche Kandidaten zeigt, das es ein wirklich gutes Unternehmen ist
  • das Offenheit, Transparenz und Flexibilität im Unternehmen gelebt werden und damit Rahmenbedingungen herrschen, in denen die Menschen von sich aus die besten Leistungen bringen

Diese Maßnahmen entstehen, wenn bei der Lösungsfindung Trends einbezogen werden. Sie bewahren Unternehmen vor Fehlinvestitionen und wirken auch morgen – intelligent und nachhaltig.

Trendcoaching zeigt intelligente Maßnahmen auf

Wikipedia beschreibt einen Trend als

… ein Instrument zur Beschreibung von Veränderungen und Strömungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Beschreibung und die Randbedingungen erlauben eine Aussage über die zukünftige Entwicklung.

Die Aussagen über zukünftige Entwicklungen ermöglichen es, heute Maßnahmen zu ergreifen, welche die Trends nutzen und nachhaltig wirken. Unternehmen, die dies heute bereits umsetzen, schaffen sich große Wettbewerbsvorteile.

trends2move Trendcoaching betrachtet bestehende Herausforderungen mit dem Blick in die Zukunft. Erfahrungen sind wichtige Impulse bei der Lösungsfindung – sie werden eingebunden und bewusst hinterfragt. Wie wird es in 2-3 Jahren sein? Gelten die Erfahrungswerte dann noch? Was können wir heute schon tun, um in der zukünftigen Situation erfolgreich zu sein? Die Antworten auf diese Fragen sind intelligente Maßnahmen, die heute und in der Zukunft wirken.

Sie haben Anmerkungen zu diesen Artikel oder Fragen zum trends2move Trendcoaching?  Kommentieren Sie gerne diesen Artikel und sprechen Sie uns an. Wir freuen uns auf den Austausch!

Trendcoaching gibt Antworten auf aktuelle Fragestellungen: Teil I “Fachkräftemangel”

Das Ziel von trends2move ist es, Unternehmen dabei zu begleiten, aktuelle gesellschaftliche Trends zu analysieren und für sich Maßnahmen abzuleiten, deren Umsetzung dazu führt, dass das Unternehmen die Energie der Trends nutzt, um sich weiterzuentwickeln, die Wettbewerbsposition auszubauen, Innovationen zu fördern usw. – kurz Mehrwerte für sich zu schaffen.

Neben einem strategischen Blick in die Zukunft kann die Trendanalyse (Leistungspaket trends2analyze) auch zur Definition von Maßnahmen zur Bearbeitung aktuell akuter Fragestellungen wie dem Fachkräftemangel, der Optimierung des Wissensmanagements usw. eingesetzt werden. Wie diese umfassende und in die Zukunft gerichtete Analysemethode hilft, [...]

Vortrag “Social Media als Brücke zu gesellschaftlichen Trends”

Am gestrigen Abend (06.03.2012) hatte ich die Gelegenheit, bei der QuestBack AG in Hürth im Rahmen des Social Media Tuesday einen Vortrag zum Thema “Social Media als Brücke zu gesellschaftlichen Trends” zu halten. Nachfolgend ein kurzer Bericht zu dieser Veranstaltung:

Im Kern des Vortrages standen die Fragen:

  • Welche gesellschaftlichen Trends haben Einfluss auf Unternehmen, Kunden und Mitarbeiter?
  • Welche Rolle spielt Social Media für diese Trends?
  • Wie können Unternehmen Social Media nutzen, um von diesen Trends zu profitieren?

Betrachtet wurden die Trends

  • demografischer Wandel (insb. Fachkräftemangel)
  • Ökologie (u.a. ökologisches Bewusstsein)
  • Wertewandel (u.a. steigende Bedeutung der Beziehungswerte Vertrauen, Transparenz und Authentizität)
  • technologische Trends (u.a. mobile Nutzung und neue Formen des Umgangs mit Wissen)

Als Quintessenz lässt sich festhalten, das Social Media eine Technologie ist, die neue Formen der Interaktion und Kommunikation in der Gesellschaft etabliert. Die Reichweite und Geschwindigkeit dieser Interaktionen und die Transparenz, die durch vereinfachten Zugang zu Informationen und Meinungen geschaffen wird, beeinflussen insbesondere die Menschen und ihre Denk- und Handelsweisen. Informationen werden mehr und mehr hinterfragt, was einerseits die Notwendigkeit mitbringt, auch als Unternehmen mehr Transparenz zu schaffen, andererseits die Chance birgt zu zeigen, das man wirklich gut ist – und somit sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden vertrauenswert und attraktiv zu sein, was sich positiv auf die Bindung und Neugewinnung von Kunden und Mitarbeitern auswirkt.

Die Veränderungen in Denken und Handeln, der Wunsch nach mehr Flexibilität, Vertrauen, Eigenverantwortung usw. wird von den Menschen an die Unternehmen herangetragen (Kunden) und ins Unternehmen getragen (Mitarbeiter). Die Adaption der neuen Interaktions- und Kommunikationsformen, die das Social Web im privaten Umfeld schafft und der daraus an Bedeutung gewinnenden Werte wie Vertrauen und Transparenz in die Unternehmen wird als “Social Enterprise” oder “Enterprise 2.0″ bezeichnet. Unternehmen, die sich aktiv darauf einstellen und mit ihren Kunden und Mitarbeitern eine Plattform bieten, die offene Interaktion und den Austausch von Wissen und Meinungen fördert und damit Transparenz schafft, können davon stark profitieren, da sie den Menschen in den Mittelpunkt rücken und damit für Kunden und Mitarbeiter / Kandidaten attraktiver sind.

Die Veranstaltung fand in einem sehr familiären und offenen Rahmen statt. Sowohl während als auch im Anschluss an den Vortrag kam ein reger Austausch zustande, der viele interessante Sichtweise und Impulse lieferte. An dieser Stelle meinen Dank an die Veranstalter bei der QuestBack AG!

Die Folien zum Vortrag stehen auf slideshare.net zum Download zur Verfügung:

Preview Vortrag “Social Media als Brücke zu gesellschaftlichen Trends”

Morgen, 06.03.2012 findet bei der Questback AG in Hürth um 18 Uhr der Social Media Tuesday statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung habe ich die Gelegenheit, einen Vortrag zum Thema “Social Media als Brücke zu gesellschaftlichen Trends” zu halten.

Für Interessenten möchte ich einen kurzen Preview über den Vortrag geben – dabei aber nicht zu viel verraten ;-)

Im Kern des Vortrages stehen folgende Fragen:

  • Welche gesellschaftlichen Trends haben Einfluss auf Unternehmen, Kunden und Mitarbeiter?
  • Welche Rolle spielt Social Media für diese Trends?
  • Wie können Unternehmen Social Media nutzen, um von diesen Trends zu profitieren?

Nach einer kurzen Definition von Trends und Social Media werden die gesellschaftlichen Trends demografischer Wandel, Ökologie, Wertewandel und technologische Entwicklungen betrachtet. Dabei werden jene Aspekte detaillierter beleuchtet, die einen Bezug zu Social Media haben – entweder, weil sie durch Social Media gepusht werden und / oder weil eine intelligente Social Media Nutzung Unternehmen die Möglichkeit bietet, von den Trends zu profitieren. So steht der demografische Wandel nicht in einem direkten Kontext zu Social Media – betrachtet man jedoch den Aspekt Fachkräftemangel wird deutlich, das Social Media als wichtiges Informationsmedium bei der Arbeitgeberauswahl von Fachkräften dient und auch hier die “Experience Economy” eine Rolle spielt. Was müssen Unternehmen tun, um sich diesen Aspekt zu nutze zu machen?

Diese und weitere Trend-Analysen werden deutlich machen, das Social Media eine wichtige Rolle für gesellschaftliche Entwicklungen spielt und Treiber für einen übergreifenden Trend sind: die Wandlung von der Industrie- in eine Wissensgesellschaft rückt den Menschen wieder in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns – neudeutsch umschrieben mit dem Begriff “Social Enterprise”.

Ich freue mich auf viele Zuhörer und angeregte Diskussionen im Nachgang des Vortrages. Für diejenigen die keine Gelegenheit haben, am Social Media Tuesday teilzunehmen, stelle ich die Folien im Nachgang unter auf slideshare.net zur Verfügung.